Wie ich zum Yoga kam

Yoga war für mich zu Anfang gleichzusetzen mit einem langweiligen Dehnungskurs – da hatte ich meine erste Stunde noch nicht besucht.

Meine Tante ist seit Jahrzehnten Yogalehrerin und aufgrund meiner Vorgeschichte (dazu später mehr) hatte sie mich dazu überredet eine Stunde zu besuchen.

Gelangweilt und ohne jede Erwartung tanzte ich dort an, in einem Fitness Studio. Im Yogaraum waren Matten und ein riesen Spiegel an der Wand – die Stunde begann im Sitzen, es folgte der Vierfußstand mit Variationen, der herabschauende Hund, Sonnengrüße (ich konnte weder von der Abfolge, noch von der Intensität her mithalten) und dann einige Asanas im Liegen.

Während der Stunde kam ich ins Schwitzen, wohl weil ich nie Sport machte. Was auf die Anstrengung folgte, war pure Entspannung – ein Zustand der mir lange fehlte.

Da war es so weit – ich wollte mehr. Mehr Entspannung, mehr Bewegung in der Kombination mit meiner Atmung und vor allem, mehr Entspannung. Also besuchte ich in den folgenden Wochen immer wieder die Yogaeinheit. Ich war gefesselt, verliebt und geborgen – mein Entschluss eine Yogalehrer Ausbildung zu machen war gefasst.

Gesagt, getan – einige Monate später machte ich, Sportmuffel und überdrehtes, hyperaktives Wesen durch und durch – meine Yoga Trainer Ausbildung.

Ich liebte die Einheiten auf meiner Matte und mein Leben veränderte sich von Grund auf. Aber was war geschehen?

Mit 12 Jahren hatte ich mit starken Panikattacken zu käpfen, Psychotherapien, Medikamente, Krankenhausaufenthalte und unzählige Versuche Hilfe zu finden später, ging es mir mit 15 Jahren endlich besser. Besser – das bedeutete noch lange nicht gut. Mit 17 Jahren war es besser, aber eben noch weit entfernt von gut, also gab ich dem nervenden Drängen meiner Familie nach und machte mehr Bewegung. Ich habe alles versucht und alles gehasst, bis ich auf Yoga gestoßen bin.

Yoga gibt mir nicht das Gefühl, mich bewegen zu müssen, es ist wie ein Meeting mit mir selbst und tut einfach unbeschreiblich gut. Nach Jahren ging es mir endlich gut. Ich fühlte mich wohl.

Das war mein Weg zum Yoga. Nach dieser Erfahrung ist es mir ein Anliegen, Yoga so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen. Um ihnen ein Gefühl davon zu geben, was es heißt, wenn es einem wirklich gut geht.

Namaste.

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